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Gesetzlicher Fondstyp
Investmentgesellschaft
TER
Rechtsform
Vertriebsland
Verwahrstelle
29.01.2018
Nachhaltig bessere Fondsrendite dank Doppelbesteuerungsabkommen

Am 1. Januar 2017 trat zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein ein umfassendes Doppelbesteuerungs-
abkommen (DBA) in Kraft. Damit stellt die Verrechnungssteuer von 35 Prozent auf Zinsen und Dividenden keine endgül-
tige Steuerbelastung mehr dar. Erfahren Sie hier, wie Anleger in liechtensteinische Fonds davon profitieren können und wie die Depotbanken gefordert sind.

Bisher war der Verrechnungssteuerabzug für liechtensteinische Fonds, die in Schweizer Aktien und Obligationen investiert waren, eine definitive Belastung und damit renditemindernd. Der Abzug konnte weder durch den Fonds selbst noch durch den Anleger zurückgefordert werden. Das überarbeitete DBA ermöglicht es Privatpersonen und Unternehmen nun grundsätzlich, die Verrechnungssteuer auf Direktanlagen vollständig oder teilweise zurückzufordern.

Der Grund, warum die Fonds nicht selbst eine Rückertattung der Verrechnungssteuer geltend machen können, ist folgender: Das Abkommen sieht die Fonds steuerlich nicht als Person und somit als nicht ansässig an. Vielmehr werden Fonds als transparent qualifiziert, was zur Folge hat, dass sie nicht abkommensberechtigt sind.

Die Fondsanleger müssen daher ihrerseits nach Massgabe ihrer persönlichen Situation und gestützt auf das DBA eine allfällige Rückerstattung beantragen. Aufgrund der Tatsache, dass die Fonds die Verrechnungssteuer nicht direkt zurückfordern können, ergibt sich die Problematik, dass die Einzelanlagen im Fonds die Grundlage für die Rückforderung bilden müssen.

Ansässigkeit als Voraussetzung 
Die Fondsanleger müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit die Eidgenössische Steuerverwaltung die Verrechnungssteuerrückforderung anerkennt. Einerseits müssen die Anleger Anspruch auf Dividenden oder Zinsen haben, damit die Nutzungsberechtigung gegeben ist. Nebst der Nutzungsberechtigung ist anderseits die Ansässigkeit eine der wichtigsten Voraussetzungen.

Nur ansässige Personen im Sinne des anwendbaren DBAs dürfen die Rückerstattung geltend machen. Nach der Definition des Abkommens gelten Personen als ansässig, die aufgrund ihres Wohnsitzes, ihres ständigen Aufenthalts,
des Ortes ihrer Geschäftsleitung oder eines anderen, ähnlichen Merkmals steuerpflichtig sind. 

Anspruchsvolle technische Umsetzung

Sofern alle Voraussetzungen des DBAs erfüllt sind, kann ein Fondsanleger erstmals 2018 für das Kalenderjahr 2017 die Verrechnungssteuer zurückfordern. Damit ein Anleger die Rückforderung geltend machen kann, benötigt er die Details
zu jeder Dividenden- und / oder Zinszahlung im Fonds. Die Eidgenössische Steuerverwaltung verlangt die Details, um sicherzustellen, dass Verrechnungssteuern nicht doppelt zurückgefordert werden. Ausserdem muss der Anleger bei derselben Bank Kunde sein, die auch als Depotbank des Fonds fungiert. 

Technisch sehr anspruchsvoll wird es dadurch, dass die Depotbanken in der Lage sein müssen, auf täglicher Basis festzuhalten, welche Anleger per Ex-Datum Anspruch auf Dividenden und / oder Zinsen haben. Zusätzlich müssen die Depotbanken auf täglicher Basis die Quoten der Anteilsklassen aufzeichnen, um die auf dem gesamten Fondsbestand ausgeschütteten Dividenden und / oder Zinsen auf die jeweiligen Klassen aufteilen zu können.

Fazit
Die technisch anspruchsvolle Lösung ist ein wichtiger Schritt und Voraussetzung dafür, dass die hohen Steuerbelastun-
gen aus der Verrechnungssteuer der Vergangenheit angehören. Die neue Möglichkeit, die Verrechnungssteuer zurück-
zufordern, verspricht eine nachhaltig bessere Rendite für Anleger in liechtensteinische Fonds. Zudem eröffnen sich neue interessante Strukturierungsmöglichkeiten.



Romina Conte
Fund Risk Management & Reporting
LLB Fund Services AG