Verwaltungsgesellschaft
Anlageschwerpunkt
Bewertungsintervall
Performance
Währung
Anlageregion
Gesetzlicher Fondstyp
Investmentgesellschaft
TER
Rechtsform
Vertriebsland
Verwahrstelle
28.01.2019
Investmentfonds versus Zertifikate

Der vorliegende Artikel soll die Bankinstitute dazu auffordern und ermuntern, sich bei der Veranlagung von Kunden-
geldern des Finanzprodukts «Investmentfonds» zu bedienen. Die in der heutigen Form vorliegende Kapitalanlage ist
dem Zertifikat in vielen Aspekten überlegen. Im Folgenden dazu ein paar Ausführungen in der gebotenen Kürze, um
die regulatorische und reputatorische Überlegenheit einer kollektiven Kapitalanlage aufzuzeigen. Neben den klassischen kollektiven Kapitalanlagen, die von Bankinstituten zur Veranlagung von Kundengeldern eingesetzt werden, werden von Bankinstituten in grossem Umfang sogenannte Zertifikate ausgegeben. Diese können auch börsennotiert sein und richten sich sowohl an private als auch an qualifizierte sowie professionelle Anleger. Ein Zertifikat ist rechtlich  eine Schuldver-
schreibung. Der Inhalt eines Zertifikates ist regelmässig an die Wertentwicklung von anderen Finanzprodukten geknüpft. 
Das «Auflegen» wie auch die Bewirtschaftung des Zertifikates sind mit Kosten verbunden, die vom Käufer zu tragen sind. Regulatorisch hat der Aussteller eines Zertifikates ein breites Spektrum an Vorgaben einzuhalten. Dazu zählt die Erstellung eines Produktinformationsblattes mit Angaben zu den Produkteigenschaften, Kosten und Risiken. Aufgrund der Vielfalt der abbildbaren Investmentstrategien haben sich Gruppen von Zertifikaten gebildet, deren Bezeichnungen «Partizipations-
scheine, Discountzertifikat, Bonuszertifikat, Airbagzertifikat, Sportzertifikat oder auch Garantiezertifikat» sind.

Vorteile einer liechtensteinischen Kapitalanlage:

1. Der Finanzplatz Liechtenstein hat eine sehr gute Reputation 
2. Der liechtensteinische Fonds ist MiFID II reguliert 
3. Das Finanzprodukt «Investmentfonds» ist weltweit bekannt und seit Jahrzehnten im bewährten Einsatz
4. Klare und eindeutige gesetzliche Vorgaben in Bezug auf die konstituierenden Dokumente 
5. Einfache EU-Notifikation 
6. Börsenlisting möglich
7. Gesetzliches Sondervermögen, sodass ein Kollaps der Verwahrstelle/Verwaltungsgesellschaft für den                                  Investmentfonds nicht relevant ist 
8. Die Performance kann in verschiedenen Währungen angezeigt werden 
9. Vorhandensein von Halbjahres- und Jahresberichten 
10. Klare gesetzliche Vorgabe zur Ermittlung der Risikofaktoren sowie des SRRI 
11. Sämtliche Dokumente (Prospekt, Geschäftsberichte) sind einfach auf der Plattform des liechtensteinischen                          Anlagefondsverbands zu finden
12. Investmentflexibilität: Verschiedene Investmentstrategien können miteinander verbunden werden; Dadurch kann                eine negative Performance durch eine Verlagerung in eine andere Strategie vermieden werden  
13. Die Bank wird von der Haftung entbunden, die sich aus dem Erstellen und Verwalten einer kollektiven                                Kapitalanlage ergibt
14. Auch das Investieren in Zertifikate ist möglich, um bestehende Zertifikate in einer kollektiven Kapitalanlage zu                      verpacken
15. Die Besteuerung der Fondserträge ist in vielen Ländern erheblich besser geregelt
16. Investmentfonds tragen Namen, die besser vom Anleger wahrgenommen und sich gemerkt werden können;                      Innerhalb des Investmentfonds braucht auch bei verschiedenen Anlagestrategien kein neuer Name verwendet                    werden; 
17. deutliche Angaben zu den Kosten/Gebühren
18. Umbrella-Struktur (Bildung von Teilfonds aus unterschiedlichen Gründen) vorhanden
19. Zeitnahe Zulassung/Autorisierung direkt bei der Aufsichtsbehörde; vor allem dieser Punkt spricht für eine bessere              Reputation bei Investmentfonds, da Zertifikate nicht zwingend von einer nationalen Aufsichtsbehörde freigegeben              werden müssen;
20. Durch das Regime der Zulassung/Autorisierung gibt es eine «neutrale Instanz»; bestes Beispiel sind die Zertifikate              «auf Kryptowährungen». Diese können auch durch Privatanleger erworben werden,  während dies bei Investment-
        fonds für Kryptowährungen nicht möglich ist. 

Das Anliegen des Verfassers ist es nicht, das Finanzinstrument «Zertifikat» zu verteufeln. Es sind vor allem Argumente
der Vereinfachung und Flexibilität und des Verständnisses beim Anleger, die für den Einsatz einer kollektiven Kapitalanlage sprechen. Zudem ist ein wesentliches Kriterium, dass es bei Investmentfonds kein Emittentenrisiko gibt. Zwar werden
von Bankeninstituten neben Zertifikaten auch Investmentfonds den Kunden angeboten, aber dies in einem viel zu kleinen Umfang. Die rechtliche Dynamik hinsichtlich der Ausgestaltung der rechtlichen Anforderungen hat bei Zertifikaten stark zugenommen. Das Risiko von Anlegerbeschwerden sowie Anlegerklagen ist immanent und es wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen, wie die Rechtsprechung des jeweiligen Staates die Umsetzung der regulatorischen Vorgaben in der Praxis beurteilt. Dieses Risiko kann durch den Einsatz eines Investmentfonds eliminiert werden.
 
Neben Banken werden auch mittelständische sowie börsennotierte Unternehmen dazu ermuntert, sich wenigstens zu einer «Fondslösung» beraten zu lassen. Der Finanzplatz Liechtenstein verfügt über das entsprechende regulatorische Wissen sowie die Erfahrung.

Ebenfalls der Appell an Rechtsanwälte und andere Berater im Finanzbereich – der liechtensteinische Investmentfonds sollte Teil der Beratungspraxis sein. Das erweitert nicht nur das Beratungsspektrum, sondern bringt dem Kunden auch
wie zuvor dargestellt diverse Vorteile. 
Mithin ist der Investmentfonds nach liechtensteinischem Recht ein Anlagevehikel, das den heutigen Zertifikaten in vielen Aspekten überlegen ist. 


Michael Zuther
Mitglied der Geschäftsleitung, CFO
Scarabaeus Wealth Management AG