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28.01.2019
Krypto-Fonds, berechtigter Hype oder Potential für eine neue Krise

Als Fondsprovider im alternativen Bereich häufen sich vor allem in letzter Zeit die Anfragen für die Strukturierung von sogenannten Krypto-Fonds. Auffällig und richtig spürbar sind dabei vor allem zwei Aspekte: Einerseits die zeitliche Dringlichkeit, welche bei Anfragen dieser Art typisch ist, und andererseits leider auch Missverständnisse im Zusammenhang mit verwendeten Begriffen oder im Hinblick auf gezielte Nachfragen bzw. Vorprüfungen, welche von Gesetzes wegen von unserer Seite aus getätigt werden müssen (sogenannte Parteien und Projekt Due Diligence). 

Hier zeigt sich auch gleich, wer es mit der Anlageidee im Zusammenhang mit Krypto Technologie ernst nimmt und wer seine Motivation zur Aufsetzung eines Krypto-Fonds eher im Aufspringen auf den momentanen Hype sieht.

Im Rahmen der Vorprüfungen im rechtlich-regulatorischen Bereich zeigt sich relativ schnell wie ernsthaft und durchdacht das jeweilige Vorhaben ist, da der Bereich grundsätzlich nicht reguliert ist und erst mit dem Eintritt in die Fondswelt Fragen zur regulatorischen Erlaubtheit auftauchen. So kann nur eine klare Anlageidee genug Substanz in sich tragen, die mit der Unterstützung neuer Technologien einen Fonds zum nachhaltigen Erfolg führen kann.

Hier möchte ich denjenigen Initiatoren ein ernst gemeintes und grosses Lob aussprechen, welche nicht einfach drauflosgehen, sondern sich die notwendige Zeit nehmen, um eine Idee von Anfang bis zum Ende durchzudenken und das damit verbundene Kapital aufzubringen, mit dem Ziel nachhaltig von einer neuen Technologie profitieren zu können.

Ich bin doch etwas erstaunt, welch differenzierte, aber wenig etablierte Sprache sich im Bereich der neuen Technologien - und um nichts Anderes geht es - derzeit breit macht. Es wird mit Begriffen wie Kypto Asset, Blockchain, Krypto Currencies, ICOs, Security Token, etc. hantiert, als wären dies synonyme Begriffe und auf jeden Fall ein «Asset», in welches man investieren muss. Der Hype, ob berechtigt oder nicht, rund um Bitcoin tat dem Ganzen natürlich sein Übriges.

Zunächst war meine grosse Hoffnung, dass mit einer neuen Technologie basierend auf einer uralten Idee, nämlich der verschlüsselten Sprache, wir endlich bestehende und vollkommen zurecht kritisierte Prozesse rund um die Finanzwelt und damit auch rund um Fonds verbessern bzw. sogar eliminieren können. Aber wie ich jetzt feststellen muss, wird die neue Technologie nicht nur dazu genutzt, Schwächen im Bereich der etablierten Währungen sowie der vereinfachten Feststellung der Eigentümerschaft und/oder vor allem im Bereich der vereinfachten Übertragung von Wertrechten zu beheben. Tatsache ist, es wird vermehrt darauf geachtet aus dieser neuen Technologie eine Anlageklasse zu kreieren und auf deren Wertentwicklung zu spekulieren. Derartige Entwicklungen mussten wir in der Vergangenheit leider schon oft beobachten.

Im Hinblick darauf möchte ich gerne warnend den Finger heben und darauf hinweisen, dass nicht überall etwas «von Wert» enthalten ist, nur, weil auf der Beschreibung Blockchain, Krypto, FinTech oder ähnliche «buzzwords» stehen.

Ich bin nahezu täglich verwundert, wie es gelingt im Zuge sogenannter ICOs (Iniatial Coin offerings) sehr viel Geld einzusammeln und man teilweise gar nicht sieht bzw. versteht, worin eigentlich das Investment besteht. Vielleicht bin ich schon zu lange in der klassischen Fondsbranche um dies zu sehen, vielleicht neigt jedoch der aktuelle Hype rund um die neuen Technologien dazu, den gesunden Menschenverstand bei Investitionen auszuschalten und Investitionen zu tätigen, an die man ohne den Deckmantel «neue Technologien» niemals auch nur denken würde.

Ich glaube, um unter anderem auch derartigen Fehlentwicklungen entgegen zu wirken, hat sich die Liechtensteinische Regierung völlig zurecht entschieden, ein Blockchain Gesetz auf den Weg zu bringen und diesem unfassbar spannenden und wichtigen Bereich einen rechtlichen Rahmen zu geben. Ich bin auch der Meinung, dass jede Technologie welche uns hilft bekannte Schwächen wie etwa die Abhängigkeit von grossen Institutionen, von staatlichen Währungen etc. zu beheben, schnellstmöglich etabliert werden sollte. Man sollte aber auf keinem Fall ausser Acht lassen, dass es insbesondere die grossen Krisen waren, die uns in eine notwendige Regulierung und Transparenz brachten. Diese wiederum können vielleicht nicht jede Krise vermeiden, sollten aber doch zu einem krisenbewussteren Handeln in vielen, wenn aber auch nicht in allen Finanzbereichen geführt haben.

Vor diesem Hintergrund komme ich zu dem Fazit, dass wir viele der bewährten und etablierten Prozesse, wie etwa diejenigen aus der Fondsbranche, nützen und sie mit den Vorteilen neuer Technologien kombinieren sollten, um die Anlage in «reale» Anlagemöglichkeiten transparenter, schneller und einfacher zu machen. Dies tun wir als Unternehmen derzeit und empfinden diesen Prozess als unglaublich aufregend. Wir sollten uns alles in allem aber nicht wieder blenden lassen und blindlings in neue Technologien investieren, ohne zu wissen, in was man eigentlich investiert. Denn schlussendlich, haben auch jene Geld verdient, die sich getraut haben zu sagen: «Es tut mir leid, aber ich verstehe das nicht…..»


Mag. Jur. Markus Wagner
CEO 
1741 Fund Management AG