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29.01.2020
Nachhaltigkeit am Beispiel von Microfinance

Die Auswirkungen von Umwelt-, Sozial- und Governance- (ESG) Kriterien auf das Risiko- und Ertragsprofil eines Unternehmens und damit auf das Investmentportfolio eines Anlegers stehen zunehmend im Fokus. Dieser „Impact“ bei Investitionen wird immer wichtiger. Die Finanzdienstleister und die Fondsbranche im Speziellen haben dies erkannt und bringen dazu Produkte auf den Markt. Microfinance-Fonds sind Teil dieser Entwicklung.

Microfinance bezeichnet die Vergabe von Klein- und Kleinstkrediten an Kleinunternehmen in Entwicklungsländern. Microfinanzinstitute (MFI’s) versuchen, diese Lücke zu füllen, indem sie Kredite vergeben, welche sie auf andere Weise absichern. Die sogenannten Microunternehmer haben oftmals in erster Linie ihre Arbeitskraft und ihre Ideen, jedoch nicht genügend Geld und unternehmerisches Know-how, um diese Ideen umzusetzen. Diese Personen und Kleinunternehmen können meist keine finanziellen Sicherheiten bieten und erhalten deshalb von den meisten Geschäftsbanken kaum Kredite. Ein häufiger Ansatz ist die Bildung von Genossenschaften in Dörfern und Regionen. Die Kreditnehmerinnen (es sind oft Frauen) bilden eine Genossenschaft, in welcher sich die Frauen gegenseitig bei der Produktion sowie der Kreditrückzahlung unterstützen. Das starke soziale Gefüge in vielen Entwicklungsländern führt dazu, dass jede der Frauen den Kredit zurückzahlen will, weil sie sonst im Dorf „das Gesicht verlieren würde“. Geografisch werden die meisten Microfinanzanlagen in Zentralamerika und Karibik, Südamerika, Ostasien und Pazifik, Südasien, Zentralasien, Subsahara Afrika und Osteuropa ausbezahlt.

Bekannt wurde das Konzept in den 1970er Jahren durch die bangladeschische Grameen Bank, die 2006 gemein-sam mit ihrem Gründer Muhammed Yunus einen Nobelpreis erhielt. Weltweit gibt es heute mehrere Tausend Microfinanzinstitute (MFI’s), welche im Prinzip die Strategie von Yunus verfolgen.

Was unterscheidet die Microfinanzstrategie - sowohl aus Anlagesicht als auch in Bezug auf die ESG? Im Gegensatz zu klassischen Investments zielt die Microfinance auf eine sogenannte „soziale“ Rendite ab. Der daraus angestrebte Social Return wird auch gemessen, was die Microfinance Anlagen und das gesamte Impact Investing durchaus von nachhal-    tigen, ethischen Anlagen wie ESG oder Socially Responsible Investing abhebt.

Microfinance ist eine der am schnellsten wachsenden Strategien für Investitionen und alternative Kredite. Es können dabei verschiedene Ansätze verfolgt werden. Der Markt für Microfinanz - Investitionsinstrumente (MIV) ist seit 2006 um rund 20% pro Jahr gewachsen. Laut der Symbiotics MIV Survey 2018, die 92 Fonds weltweit befragte, belaufen sich die Vermögenswerte auf 15,8 Milliarden US-Dollar.


Die Schweiz ist heutzutage das grösste Microfinanzzentrum, gefolgt von den Niederlanden, Deutschland und den USA.
In Genf und Zürich befinden sich auch die meisten der grössten Microfinanzmanager. Laut einer Symbiotics-Studie sind Microfinanzfonds fast vollständig europäisch, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass sich gerade Fondsstrukturen gut für Private eignen, welche in Verschuldungsstrategien investieren wollen. Die historische Aus-fallrate liegt mit ca. 1% auf sehr tiefen Niveaus. Es findet jeweils eine genaue Prüfung von den MFI`s bei der Kre-ditfähigkeit und dem Zahlungswillen statt. Zudem wird eine intensive Betreuung der Kreditnehmer durchgeführt.

Die soliden Erträge mit einer geringen Volatilität sowie eine tiefe Korrelation zu anderen Anlageklassen sind ebenfalls sehr bemerkenswert. Die nachfolgende Grafik zeigt mit dem SMX-MIV Debt Index – USD wie stabil sich der Microfinanzindex verhalten hat. Die jährliche Volatilität vom 31.12.2003 bis 31.10.2019 betrug 0.55% mit einer Rendite von 3.59% jene von Cash 0.49% mit einer Rendite von 1.75.

Die Microfinanzanlagen konnten auch in turbulenten Zeiten positive Renditen ausweisen. Im Jahr 2018 hat der SMX-MIV Debt Index – USD eine Performance von 3.88% erbracht. Der HFRX Global Hedge Fund Index hat im Vergleich eine Performance von -6.72% und der MSCI World Index eine Performance von -10.44% generiert. Eine Diversifikation mit einer Microfinanzanlage verbessert das Risiko/Rendite-Verhältnis im Portfolio.

Abbildung - Performancevergleich




Mit einer globalen Microfinance Investition als Dachfonds konnte in den letzten drei Jahren beispielsweise eine durchschnittliche Rendite von rund 2.5% pro Jahr erzielt werden und dies bei einem TER von rund 1%. Gerade die Flexibilität und Effizienz des Fondsstandorts Liechtenstein ist prädestiniert für Microfinance-Fonds, sei es nun über einen Alternativen Investmentfonds (AIF) als Dachfonds (Fund of Fund) von Microfinance-Fonds oder eine Struktur, welche direkt in Microfinanzinstitute investiert.


Markus Gitz
CEO/Partner
Accuro Fund Solutions AG